Spannende Rennen bei der Weltmeisterschaft Bronze für Adam Ammour

Eintracht Adlerträger Adam Ammour zeigt Flagge    Bild: IBSF Viesturs Lacis
Eintracht Adlerträger Adam Ammour zeigt Flagge Bild: IBSF Viesturs Lacis

Einerseits „Business as usual“ bei den Zweierbobs der Männer andrerseits handfeste Überraschungen im Wettbewerb bei den Monobobs der Frauen, bei dem die sieggewohnten Deutschen etwas das Nachsehen hatten. Auf der Olympiabahn von Lake Placid im Staat New York waren vor allem die Starter aus den USA und Kanada auf vertrautem Gelände sehr stark und setzten ihre Konkurrenten mächtig unter Druck.

Kalicki am Ende in den Top ten

Schon nach dem ersten der 4 Läufe zeigte es sich, dass die Trauben bei dieser Weltmeisterschaft für die deutschen Damen sehr hoch hängen.  Auf ihrer Heimbahn bewies die US-Amerikanerin Kaysha Love schnell, dass sie sich sehr viel vorgenommen hatte und der WM-Titel nur über sie führen würde. Auf Rang zwei konnte ihr nur die Österreicherin Katrin Beierl einigermaßen folgen. Die noch amtierende Weltmeisterin Laura Nolte (BSC Winterberg) büßte als Dritte schon einiges an Boden an. Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) startete zwar recht ordentlich, kam aber in der anspruchsvollen Bahn überhaupt nicht zurecht und wurde am Ende des ersten Tages Siebte. Völlig enttäuschend war der Auftritt von Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden), die sich im zweiten Lauf um einen Rang verbesserte aber nicht über Platz dreizehn hinauskam.

Am zweiten Tag konnten alle deutschen Damen besser performen aber der ganz große Wurf blieb letztendlich aus. Nolte, die wie andere auch von einem schwachen dritten Lauf der Österreicherin profitierten, musste lange bangen und lag am Ende nur mit 5/100 Vorsprung auf dem Silber-Rang vor der stark nachdrängenden Elana Meyers Taylor (USA). Souverän zog Love an der Spitze einsam ihre Kreise und gewann völlig verdient mit deutlichem Vorsprung den Weltmeister-Titel. Buckwitz legte am zweiten Tag etwas zu, aber mehr als der 5. Platz war nicht drin. Kalicki konnte sich ebenfalls in jeden Lauf etwas verbessern und rutschte gerade noch auf den letzten Top ten Platz. Bundestrainer René Spieß war einigermaßen zufrieden, hatte er doch mit einem starken Auftritt der Amerikanerinnen auf ihrer Hausbahn gerechnet, meinte aber auch, dass im Hinblick auf Olympia nun eine intensive Analysephase auf den Trainerstab zukomme.

Dreifacher Triumph der deutschen Zweierbobs

An Dramatik bis zur letzten Kurve nicht zu überbieten war dieser Wettbewerb, der vollständig in deutscher Hand war. Vor der vierten alles entscheidenden Abfahrt zimmerten Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) /Georg Fleischhauer (SC Potsdam) mit 54,52 Sekunden einen neuen Bahnrekord in den Eiskanal, verkürzten den Vorsprung von Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) / Alexander Schüller (SV Halle) auf ganz knappe 6/100 und bewiesen damit am zweiten Tag ihre große Angriffslust.

Im Finale zeigten Adam Ammour (Eintracht Frankfurt/BRC Thüringen) /Benedikt Hertel (BRC Thüringen) auch im vierten Lauf eine sichere souveräne Leistung und behaupteten ihren Bronze-Rang vor den Amerikanern Frank del Luca/Charles Volker und den Schweizern Michael Vogt/Andreas Haas. Mit ihrem 6. Platz etwas unzufrieden waren die Briten Brad Hall/Taylor Lawrence, die ein wenig unter Wert geschlagen wurden.  Ammour meinte, dass er schon einigen Druck von den US-Boys gespürt habe, aber mit einem guten Start Sicherheit gewonnen habe und fehlerfrei ins Ziel gekommen sei.   

Einen wahren Krimi lieferten dann die beiden Führenden. Lochner legte ordentlich vor und brachte Friedrich ziemlich in Bedrängnis. Der lag nach knapper Führung im Mittelteil der Bahn plötzlich hinter Lochner, um dann wie auch immer einen minimalen Vorsprung hervorzuzaubern und mit 3/100 doch die Nase vorn und den Weltmeistertitel in der Tasche zu haben.  

Klaus-Dieter Neumann
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Bob- und Schlittensportverband e.V.


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