Die SG Anspach feiert ihre älteste Übungsleiterin Ursel Jäger auch mit 90 noch im Einsatz
Ehre wem Ehre gebührt! Mit einer Überraschungs-Party im Aufenthaltsraum der Walter-Ernst-Halle haben die Montagturnerinnen der SG Anspach ihrer Übungsleiterin Ursula Jäger in angemessenem Rahmen zum 90. Geburtstag gratuliert.
Kaum zu glauben aber wahr ist der schier unbändige Elan, mit dem sich die „Ursel“ seit ihrem Eintritt in den Traditions-Verein am 1. Mai 1962 inzwischen mehr als 60 Jahre für ihren Verein und darüber hinaus für den Sport engagiert.
Im Hochtaunuskreis ist sie mit Sicherheit die älteste noch aktive Trainerin und auch in Hessen oder der gesamten Bundesrepublik dürfte es nicht viele Frauen geben, die in ihrem Alter noch Woche für Woche für das Turnen im Einsatz sind.
1963 hatte die „Uschi“ -so wird sie von ihrer aktuellen Gruppe genannt- die Leitung des Mädchenturnens von Willi Eifert übernommen und als erste Frau auf der Trainerposition bei der SGA für eine Premiere gesorgt.
Zwei Jahre später kam das Montagsturnen hinzu, das bis auf den heutigen Tag fester Bestandteil im Wochen-Ablauf von Ursel Jäger geblieben ist, die nur einen Steinwurf entfernt von der Sporthalle in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 1 wohnt.
Allgemeines Turnen, Wettkampf-Gymnastik, Gruppengymnastik und Tanz sowie Rhythmische Sportgymnastik – die Jubilarin hat ihre Kompetenz zum Wohle der SGA in vielen Disziplinen bewiesen und im Laufe der Jahre hunderte von Mädchen und Frauen mit dem „Bewegungs-Bazillus“ infiziert.
Unvergessen auch der Auftritt in Neu-Anspachs Partnergemeinde St. Florent sur Cher im Juni 1982, als sie mit 14 Mädchen aus der Wettkampf-Gymnastikgruppe mit einer speziellen Choreographie die französischen Gastgeber zu Begeisterungsstürmen veranlasste.
Dadurch, dass sie Tochter Alexa zweimal im Monat zum Leistungstraining in die Deutsche Turnschule nach Frankfurt gefahren hat, erhielt Ursel Jäger schon sehr früh umfassende Erkenntnis über die neuesten Trainingsmethoden. 1975 erwarb sie ihre erste Übungsleiter-Lizenz, von denen die SG Anspach erheblich profitierte.
Von 1973 (in Stuttgart) bis 2017 (in Berlin) hat sie an allen zwölf Deutschen Turnfeste nach dem 2. Weltkrieg teilgenommen, die bekanntlich im Vier-Jahres-Rhythmus stattfinden (vom 28. Mai bis 1. Juni 2025 findet das nächste in Leipzig statt). Die Welt-Gymnaestrada hat sie mit einigen ihrer Turn-Mädels 1987 in Herning (Dänemark) und 1991 in Amsterdam besucht.
Mit der Teilnahme am weltberühmten Vasa-Lauf, dem Ski-Marathon in Schweden über 90 Kilometer von Sälen nach Mora, hat sich die Anspacherin 1991 einen langehegten Wunsch erfüllt. Mit Schlittenhunden Finnland zu erkunden ist ein weiteres Hobby der junggebliebenen 90-jährigen, die auch die Berge liebt und Urlaube am liebsten im Camper genießt.
Nicht nur die SG Anspach, deren 1. Vorsitzender Ferdinand Hnatkow der Ursel mit Blumen und Präsenten gratulierte, und bei der sie 1980 zur Frauenwartin gewählt wurde, hat dieser außergewöhnlich Sportlerin enorm viel zu verdanken.
Ebenfalls 1980 übernahm sie im Turngau Feldberg das Amt der Gau-Gymnastikwartin und drei Jahre später in Personalunion auch noch die Position der Gau-Frauenturnwartin. Die Groß-Veranstaltung „Gymnastik und Tanz“ ist auf ihre Initiative hin entstanden.